Als Leitzinsen werden die Zinsen, also der Prozentsatz, bezeichnet, zu dem sich Banken und Sparkassen bei der Zentralbank Geld leihen können. Banken erwirtschaften den Großteil ihres Gewinnes nicht durch Kreditvergabe an Kleinkunden, sondern durch Spekulationen an der Börse und Kreditvergabe an große Wirtschaftsunternehmen. Da hierfür große Geldsummen benötigt werden, die nicht alleine durch Spareinlagen gedeckt sind, müssen sich die Banken bei der zuständigen Zentralbank zusätzlich Geld leihen. In Europa ist das die europäische Zentralbank, in England die “Bank of England” und in den USA die “Federal Reserve Bank”, kurz FED. Diese Zentralbanken können über die Höhe der Leitzinsen bestimmen, wie teuer sie Kredite für die Banken ihres Landes anbieten. Auf diese Weise kann die Wirtschaft in nicht geringem Maße kontrolliert werden, da hohes Wirtschaftswachstum durch günstig zu beschaffenes Geld gefördert wird, hohe Zinsen hingegen, einen gegenteiligen Effekt haben.
Vor der Finanzkrise sind die Zentralbanken sehr großzügig in der Gestaltung der Leitzinsen gewesen. Die Folge waren gigantische Investitionen der Banken, die, angesichts der niedrigen Zinsen, mehr Geld geliehen haben, als sie kontrollieren konnten. Nachdem einige Investitionen geplatzt waren, wurde die Bankenwelt existenzbedrohend erschüttert. Als Lehre aus der Bankenkrise werden der Leitzins mittlerweile bedächtiger behandelt. Vor kurzem sind diese von der europäischen Zentralbank wieder leicht erhöht worden, da die, momentan erfolgreiche, Wirtschaft in Deutschland wieder Tendenzen zeigte, sich übermäßig viel Geld zu leihen. Ein Fehler der als Auslöser der Finanzkrise betrachtet wird.
Wenn von Finanzen die Rede ist, ist in der Regel die Anlage von Geld gemeint. Wie soll man sein Geld bestmöglich anlegen? Diese Frage stellen sich alle Menschen. Dabei muss man wissen, die ideale Geldanlage gibt es nicht. Jede Finanzanlage unterliegt dem Gebot, dass die Geldanlage zum Anleger passen muss. Das bedeutet, jeder der Geld anlegt, muss seine Wünsche berücksichtigen. Das hört sich einfach an, ist aber schwer. Hohe Zinsen bedeuten jedoch hohes Risiko und lange Laufzeiten. In diesem Satz sind drei Punkte genannt, die es bei der Finanzplanung zu berücksichtigen gilt. Erstens die Zinsen, genauer gesagt, der Zinssatz. In der jetzigen Phase sind die Anlagesinzen bedingt durch das wirtschaftliche Umfeld als niedrig zu bezeichnen. Eine Zinsbindung über eine lange Laufzeit ist daher für den zinsbewussten Anleger nicht ratsam. Die Zinsen für Spareinlagen sind so niedrig, dass sie die Inflationsrate deutlich unterschreiten. Wer höhere Zinsen will, die zumindest einen Inflationsausgleich darstellen, ist gezwungen seine Finanzen längerfristig anzulegen. Bisher war die Rede von sicheren Geldanlagen. Höhere Zinsen lassen sich auch durch ein höheres Risiko bei der Finanzwahl erreichen. So kann der Anleger beispielsweise, die Anlage in einen Immobilienfonds tätigen. Er hofft hierbei darauf, dass die Mieterträge stagnieren oder steigen. Das Risiko liegt hier in den Preisen von Immobilien. Eine andere Anlageform sind Aktien. Das Risiko liegt im Kursverlust. Bei einem Kursgewinn steigt dagegen die Rendite dieser Anlageform der Finanzen.